Rassestandard


Broholmer (26.06.2000)

 

URSPUNGSLAND: Dänemark

 

ÜBERSETZUNG: Frau R. Binder und Frau E. Peper

 

VERWENDUNG: Begleithund, Wachhund

 

KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 2 Schnauzer und Pinscher, Molosser und Schweizer Sennenhunde

       

Sektion 2. l Molosser, Doggenartige Hunde

Ohne Arbeitsprüfung

       

KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS:

Schon seit dem Mittelalter ist dieser Typ von Hunden bekannt, sie wurden zu jener Zeit für die Jagd auf Hirsche verwendet. Später setzte man sie hauptsächlich als Wachhunde für große Bauernhöfe und Landgüter ein. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurden diese Hunde rein gezüchtet, und dank der Bemühungen des Grafen Sehested von Broholm, von dem die Rasse ihren Namen erhielt, nahm ihre Anzahl stetig zu. Nach dem Zweiten Weltkrieg starb die Rasse fast aus, aber um 1975 begann eine Gruppe von Engagierten, die sich später in der «Gesellschaft zur Wiederherstellung der Broholmer Rasse» organisierten, mit Unterstützung des Dänischen Kennel Klubs, die Rasse wiederzubeleben.

 

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD:

Großer Hund von Mastiff-Typ mit rechteckigem, kräftigem Gebäude und kraftvollem, ruhigem Bewegungsablauf. Seine Erscheinung wird geprägt durch eine mächtige Vorderhand. Der Kopf ist massiv und breit, der Hals mächtig und von etwas loser Haut bedeckt, die Brust ist breit und tief. In der Ruhestellung wird der Kopf recht tief und nach unten gebeugt getragen, und die Rute hängt säbelförmig herab. In der Bewegung wird sie höher, jedoch nicht oberhalb der Rückenlinie getragen. Bei Aufmerksamkeit oder in der Erregung wird der Kopf höher getragen und die Rute über die Horizontale angehoben.

 

WICHTIGE PROPORTIONEN: Schädel und Fang sind gleich

 

VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN): ruhig, gutartig, freundlich und dennoch wachsam. Der Hund muss sehr großes Selbstvertrauen zeigen.

 

KOPF: ziemlich groß und breit, schwer wirkend

 

OBERKOPF:

Schädel: breit und ziemlich flach. Die obere Begrenzungslinie des Schädels verläuft, etwas nach oben versetzt, parallel zu derjenigen des Fangs. 

 

Stop: nicht zu ausgeprägt.

 

GESICHTSSCHÄDEL:

Nasenschwamm : groß und schwarz

 

Fang: massiv; wirkt wegen der Schwere des Kopfes eher kurz; Ober- und Unterkiefer sind gleich lang

 

Lefzen: hängend, aber nicht übertrieben ausgeprägt

 

Kiefer / Zähne: starke Kiefer mit gut entwickelter Muskulatur, Scheren- oder Zangengebiss

 

Augen: rund, nicht zu groß. Die Farbe variiert von heller bis dunkler Bernsteinfarbe. Der Ausdruck sollte großes Selbstvertrauen kennbar werden lassen.

 

Ohren: mittelgrosse, ziemlich hoch angesetzte Hängeohren (kopfnah)

 

Hals: sehr mächtig und muskulös, mit etwas, jedoch nicht übermäßig ausgeprägter, loser Kehlhaut

 

KÖRPER:

Obere Profillinie: gerade

 

Widerrist: kräftig und deutlich ausgeprägt

 

Rücken: ziemlich lang

 

Kruppe: mittellang, leicht abfallend

 

Brustkorb: mächtig und tief mit gut entwickelter Vorbrust

 

Rute: Eher tief angesetzt, breit an der Wurzel, wird hängend getragen und zeigt keinerlei Fahnenbildung oder Befederung. In der Bewegung wird die Rute bis zur Horizontalen angehoben, vorzugsweise jedoch nicht höher. Sie sollte nie über dem Rücken oder eingerollt getragen werden.

 

GLIEDMASSEN:

Vorderhand: Kräftige, gerade und stämmige Vorderläufe mit muskulösem Oberarm. Die Länge der Knochen und deren Winkelung zueinander sollte in Schritt und Trab einen freien, raumgreifenden Bewegungsablauf ermöglichen.

 

Oberarm: sehr muskulös

Ellenbogen: bewegen sich dicht am Körper

 

Unterarm: gerade und kräftig

 

Vordermittelfuß: nicht zu lang

 

Vorderpfoten: rundlich und fest zusammengefügt

 

Hinterhand: Kraftvolle und muskulöse Hinterläufe mit Winkelungen, die einen guten Schub bewirken. Von hinten gesehen sind die Läufe gerade und parallel.

 

Oberschenkel: kräftig und muskulös

 

Hintermittelfuß: nicht zu lang

 

Hinterpfoten: fest zusammengefügt; ähnlich den Vorderpfoten

 

GANGWERK: ruhig, mit gebeugter Haltung (Die natürlichen Gangarten sind Schritt und Trab.)

 

HAUT: gut pigmentiert und dick; insgesamt üppig, besonders am Hals

 

HAARKLEID:

Haar: Kurz und dicht anliegend, mit dicker Unterwolle

 

Farbe: Gelb mit schwarzer Maske; Gold-Rot; Schwarz. Weiße Abzeichen an der Brust, an den Pfoten und an der Rutenspitze sind zulässig.

 

GRÖSSE UND GEWICHT:

Widerristhöhe: Rüden ca.75 cm; Hündinnen ca. 70 cm

 

Gewicht: Rüden 50 - 70 kg; Hündinnen 40 - 60 kg.

 

FEHLER:

Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte:

 

Mangel an Substanz, Brusttiefe und Vorbrust

 

Zu leicht und zu elegant in Kopf und Gebäude

 

Stop zu ausgeprägt; Fang zu leicht; Lefzenwinkel herabhängend

 

Ohren zu groß oder zu klein; Rosenohren

 

Rute zu hoch oder zu tief angesetzt; Haken- oder Knickrute

 

Langer, schwacher Mittelfuss; Spreizpfoten

 

Kuhhessigkeit

 

Bewegung zu leichtfüßig/elegant

 

Fransen/Befederung an Schenkeln und Rute

 

AUSSCHLIESSENDE FEHLER:

 

Quadratischer Körperbau; Ausgeprägter Mangel an Substanz

 

Nasenschwamm andersfarbig als schwarz

 

Rück- oder Vorbiss

 

Verschiedenfarbige Augen

 

Aufrecht getragene Ohren

 

Aufgerollt getragene Rute

 

Fehlfarbe; langes Haar

 

Nervosität, Schärfe oder Aggressivität

 

N.B.: Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.

 

 

(Quelle: www.broholmer-deutschland.de)